Fuer ein Jahr ging ich nach Mosambik. Ein Jahr ist eine lange Zeit, doch irgendwie ist sie nur so dahingeflossen und in genau einem Monat werde ich das Flugzeug zurueck nach Deutschland besteigen.
Wie ich mich bei diesem Gedanken fuehle? Einerseits freue ich mich natuerlich nach Hause zu kommen, Familie und Freunde nach so langer Zeit wieder zu sehen und nicht zuletzt auf das Essen, haha. Doch andererseits wird der Abschied auch sehr schwer fallen. Ich muss Freunde zuruecklassen, die ich so schnell nicht wiedersehen werden und vor allem die Freiheit die Mosambik bietet werde ich vermissen. An den Abschied moechte ich eigentlich noch gar nicht denken.
Das ist eben die Gefahr am Reisen, man laesst immer einen Teil seines Herzens zurueck, doch dafuer komme ich bereichert mit unzaehligen neuen Erfahrungen zurueck.
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Sonntag, 5. Juli 2015
Donnerstag, 23. Oktober 2014
Gedanken über den Freiwilligendienst + WIR sind ACOSADE!
Bisher habe ich hier recht wenig von meiner Arbeit
geschrieben, was erstaunlich scheinen mag, erwartet man doch von einem
Freiwilligendienst gerade, dass Arbeit (wie der Name schon sagt „der
freiwillige Dienst“) im Vordergrund steht. Mir war natürlich schon vornherein klar,
dass es 1. um viel mehr als Arbeit geht (Kulturverständnis, etc.) und 2. der Sinn
der Arbeit/des Freiwilligendienstes nicht in dieser Tätigkeit allein zu finden
ist.
Denn ganz ehrlich, klar bringe ich Kompetenzen mit, aber
wirkliche Lebens-und Berufserfahrung als 19 Jährige Abiturientin? Eher nicht.
Selbst wenn ich noch so lebens- und berufserfahren wäre, so könnte man selbst
dann nicht von der „Wirksamkeit“ des Dienstes ausgehen. Meiner Meinung nach,
liegt der Sinn dieses Jahres wirklich im interkulturellen Austausch, wie auch
das „weltwärts“ Programm betont. Die klischeehafte Vorstellung, dass da
gutherzige Hilfskräfte aus westlichen Ländern nach Afrika kommen, um den „armen“
Menschen hier zu helfen und das Land zu „entwickeln“ vermittelt einfach ein
falsches Bild. Erstens vergisst man dabei, dass man als Freiwilliger genauso
viel von den Menschen hier lernen kann und vor allem muss, um überhaupt irgendetwas
Sinnvolles tun zu können. Zweitens bestätigt man mit der Ansicht schon wieder
indirekt ein Machtgefälle, eine Überlegenheit Amerikas und Europas gegenüber
den sogenannten Entwicklungsländern. Man kann kein Land „entwickeln“, es ist
ein Prozess der von innen heraus geschieht. Vor allem nützt es nichts Ansichten
anderer Kulturen (der westlichen Kultur) z.B. auf die afrikanischen Kulturen
übertragen zu wollen. Außerdem: Wer misst denn welcher Entwicklungsstand gut
oder schlecht ist? Sind es nicht nur alles subjektive Maßstäbe? Ist nicht auch
das soziale Gefüge/das Zusammenleben in der Gemeinschaft ein Entwicklungsstand?
Oder die „Glücksrate“?
| source: http://www.michael-waibel.de/kus/e-pol/karikatur-tw.jpg |
Jetzt bin ich total vom eigentlichen Thema des Artikels
wegen des Philosophierens abgekommen! „WIR sind ACOSADE“. Ja, das ist mir diese
Woche erst mal so richtig bewusst geworden. Wir (also Monja und ich) sind nicht
nur „Angestellte“ sondern tragen wirklich Verantwortung und bestimmen in welche
Richtungen sich die Organisation weiterentwickeln kann. Unsere Ideen sind
willkommen, wir haben bei der Arbeit fast alle erdenkliche Handlungsfreiheit.
Nur fehlt uns zum Teil das Wissen bzw. die Autorität manche Dinge allein zu regeln,
sei es nur eine Nachfrage an den Schuldirektor, ob wir an unser Büro etwas mit
Farbe ranpinseln dürfen. So werden scheinbar banale Angelegenheiten zu Hürden,
die erst nach Wochen überwunden werden können, da wir sie nicht alleine klären
können und Luis, der Chef, andere Dinge zu erledigen hat und wegen eines
Projekts ziemlich oft unterwegs ist. Nichtsdestotrotz: wir sind nicht machtlos,
geben die Sprachkurse (machen immer mehr Spaß, jetzt wo man die Schüler schon
etwas kennt), fangen mit dem Umweltprojekt an (vorbereitendes Treffen mit den
Pastoren, mit denen wir Zwecks „publicity“ kooperieren, Anlegen von kleinen
Beeten). Für ein Projekt u.a. zur
Verbesserung der Bedingungen im Krankenhaus in Chicumbane werden wir
anscheinend ACOSADE vertreten, wir als Freiwillige haben Verantwortung und
werden mithilfe einer anderen Organisation (N´weti) gemeinsam Schritte
erarbeiten, um die Bedingungen im „hospital“ weiter zu verbessern.
Freiwillige/r sein heißt für mich also viel mehr als nur
uneigennützig arbeiten! Eigeninitiative ist sehr wichtig und die Rolle als „Hilfskraft“
wird bei mir gerade verwischt-das fühlt sich echt gut an! Ich möchte wirklich
ACOSADE „leben“, nicht nur dafür arbeiten.
Oder was ist mit euch? Arbeitet ihr „nur“ für eure
Firma/Arbeitgeber oder steht ihr wirklich zu 100% hinter eurer Arbeit und deren
Idee und kämpft für sie, als ob es Teil von euch selbst wäre???
Dienstag, 2. September 2014
Was arbeite ich eigentlich hier?
Wer
sich schon etwas weiter in meinen Blog vorgewagt hat (siehe hier), der weiß, dass ich hier
bei ACOSADE arbeite. Die Organisation plant Projekte in der Provinz Gaza um die
Gemeinden in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Es gab bereits Projekte zur
Legalisierung von Land, Malariaprävention, Seminare zu HIV, ein Flutprojekt oder
ein Projekt, bei dem Enten an Familien verteilt wurden.
Eigentlich
gibt es zehn Mitarbeiter, jedoch arbeitet nur Luis mit dem wir im Büro sitzen
richtig. Er arbeitet ohne Lohn wirklich jeden Tag in der Woche von früh bis
spät. Bartolomeu, der große Chef, ist eigentlich die ganze Woche in Maputo und
arbeitet daher auch nicht viel für ACOSADE.
Gut
also das es uns Freiwillige gibt. Eine wichtige Aufgabe von uns ist der
Sprachunterricht. Bald fangen neue Kurse an und morgen ist Einschreibung.
Hoffentlich melden sich viele an und kommen auch regelmäßig, denn bei den vorherigen
Kursen gab es zwar viele Anmeldungen, letzendlich kamen dann aber immer weniger
Leute zu den Kursen. So waren es in Englisch ca. 6-7 und in Deutsch nur 4. Ab
September wird Monja dann auch noch Französisch unterrichten (da kann ich
gleich mal mitlernen^^).
Wenn
keine Kurse sind arbeiten wir normalerweise immer von halb 9 bis um 12. Also
relativ gechillt. Insgesamt schreibt uns auch keiner vor was wir tun sollen,
wir machen das was wir wollen. Viel Freiheit und viel Verantwortung.
So
auch für das Umweltprojekt, was die vorherigen Freiwilligen schon geplant haben
und wofür schon Spenden da sind. Jetzt müssen wir damit so schnell wie möglich
anfangen, doch uns fehlen einerseits noch Sprachkenntnisse, um Seminare
durchzuführen, andererseits aber auch Hintergrundwissen zu Umweltthemen bzw.
wie man z.B. einen afrikanischen Kompost baut, wie überhaupt hier die Felder „machambas“
bewirtschaftet werden,… .
Vor
allem liegt mir ein Thema am Herzen: der Müll! Unfassbarerweise gibt es keine
Müllabfuhr, nicht mal Glas oder noch schlimmer Elektroschrott werden recycelt.
Alles wird verbrannt oder fliegt einfach in der Gegend rum. Zum Teil trennt man
nicht mal den Biomüll! Alle die mich halbwegs kennen, wissen nur zu gut, wie
sehr mir Mülltrennung am Herzen liegt und hier hab ich einfach keine Wahl: Ich
muss den Müll verbrennen. Horror! Es muss doch auch anders gehen! Nur wie???
Unser
Büro liegt übrigens nur 2 Minuten von unserem Haus entfernt. Dort halten wir
auch den Unterricht und sind dabei in ständiger tierischer Begleitung: unter
dem Dach nisten Fledermäuse, die nicht weggehen wollen. Das riecht nicht gerade
gut und produziert auch Dreck, doch das Geld fehlt um das Dach zu renovieren.
Muito obrigada.
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