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Mittwoch, 19. August 2015

Fremde Heimat - Vom Kulturschock im eigenen Land

Die letzte Woche in Mosambik war voller Abschiede: hier mit Carlos und Izaura
Nach fast einem Tag auf Reisen und zweimal Umsteigen in JoBurg und Qatar bilde ich mir ein schon etwas besser auf die Rückkehr vorbereitet zu sein, verbrachte ich doch einen Tag in der seltsam klinischen Welt der Flughäfen und Flugzeuge. Überall wieder die Konsumverlockungen, keine Kapulanas...all die glitzernden Produkte lassen mich kalt.
Dann ist es so weit und nach einem Jahr betrete ich wieder deutschen Boden. Ich bin wieder im eigenen Land. In einem Land, in dem ich ganz durchschnittlich bin, deutsch, eben einheimisch.
Freude macht sich nun doch noch breit Familie und Freunde wiederzusehen. Und dann schlägt mir afrikanische Hitze mitten in Deutschland entgegen, als ob nicht schon alles surreal genug wäre. Eine Autobahn mit fein säuberlich getrennten Spuren auf denen sich teure Autos aneinander reihen. Wir fahren an Kiefern und Birken vorbei, deutscher Wald. Und plötzlich stehe ich vor meinem zu Hause, betrete nach einem Jahr mein Zimmer und denke: wie abgedreht ist das nur?
Wie ein Spielzeugland, wie eine reine Projektion kam mir anfangs alles vor. Eine bestens vertraute Welt und ich der Fremdkörper. Kann man seiner Heimat fremd werden? Zum Glück legte sich dieser Kulturschock nach ein paar Tagen und ich fröhne wieder den üblichen Gewohnheiten. Aber es ist schon faszinierend, dass die Ankunft in Mosambik mich viel weniger kulturgeschockt hat, als die Rückkehr.
Ein Jahr Mosambik haben mich verändert, so sehr, das ich das volle Ausmaß wohl erst mit der Zeit bemerken werde. Mein Blick auf die deutsche Kultur hat sich verändert. Ich schätze Dinge wie warmes Wasser und einen Kühlschrank mehr, und doch nimmt man viel zu schnell und viel zu gewohnt wieder alles als gegeben hin. Das ist ja irgendwie normal und doch werde ich nicht vergessen, wie es eben auch anders ging.
Plötzlich kommt es auch wieder auf minutengenaue Pünktlichkeit an, dafür gehts in den Verkehrsmitteln wesentlich ernster zu. Kein lautes Changana Geplapper mehr, keine Straßenverkäufer, keine hupenden Chapas, kein chaotisches Maputo...hach, ja. Die guten alten Zeiten!
Wie es jetzt weiter geht? Im Oktober fängt schon wieder ein ganz neues Leben an: Berlin. Dort werde ich Kulturwissenschaft und Geographie studieren. So krass wie Mosambik wird die Veränderung nicht, aber doch wird sich Einiges ändern. Gerade bin ich noch auf Wohnungssuche (jedes Angebot und Hilfe ist Willkommen!).
Zum Abschluss nochmal einen großen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Familie und Blogleser! Danke, dass ihr mich ein Jahr begleitet habt und ich hoffe es war nicht nur für mich eine lohnenswerte Erfahrung, sondern auch Ihr habt etwas Neues kennengelernt und kritisch über Dinge nachgedacht.

Sonntag, 5. Juli 2015

Ein Monat...

Fuer ein Jahr ging ich nach Mosambik. Ein Jahr ist eine lange Zeit, doch irgendwie ist sie nur so dahingeflossen und in genau einem Monat werde ich das Flugzeug zurueck nach Deutschland besteigen.
Wie ich mich bei diesem Gedanken fuehle? Einerseits freue ich mich natuerlich nach Hause zu kommen, Familie und Freunde nach so langer Zeit wieder zu sehen und nicht zuletzt auf das Essen, haha. Doch andererseits wird der Abschied auch sehr schwer fallen. Ich muss Freunde zuruecklassen, die ich so schnell nicht wiedersehen werden und vor allem die Freiheit die Mosambik bietet werde ich vermissen. An den Abschied moechte ich eigentlich noch gar nicht denken.
Das ist eben die Gefahr am Reisen, man laesst immer einen Teil seines Herzens zurueck, doch dafuer komme ich bereichert mit unzaehligen neuen Erfahrungen zurueck.

Donnerstag, 25. Juni 2015

25. Juni "Dia da Independencia" - 40 Jahre Unabhängigkeit Mosambiks


Schon im Jahre 1497/8 kamen unter Vasco da Gama die ersten Portugiesen in das Gebiet im süd-östlichen Afrika, was heute als Mosambik bekannt ist. Jahrhunderte vergingen in denen die Kolonialmächte des südlichen Afrikas (England und Portugal, Niederlande-später die Buren) um Territorium rangen und spätestens mit der Berliner Konferenz 1884/85, in der die europäischen Staaten über die Aufteilung Afrikas tagten, war Mosambik offiziell portugiesische Kolonie.
Damit begann die Vergabe an Land an portugiesische Zuwanderer und die Herrschaft über ein Volk, das nicht von fremder Hand regiert werden wollte. Rohstoffe wie Gold, Elfenbein, Baumwolle oder Zucker und nicht zuletzt Sklaven, die in die südafrikanischen Minen der benachbarten britischen Kolonie verkauft wurden.
Im Jahr 1960 kam es im Norden des Landes zu einer Demonstration die in einem blutigem Massaker endete, bei dem 500 Menschen getöten wurden. Dieses Ereignis, das "Massacre de Mueda", war der Beginn des mosambikanischen Widerstandes. Einige Zeit darauf gründete sich die mosambikanische Befreiungsfront (FRELIMO) und begann den bewaffneten Kampf gegen die Portugiesen.
Am 25. Juni 1975 wurde die Unabhängigkeit dann endlich erreicht! Dieser Tag ist Nationalfeiertag und 2015 ist sogar das 40jährige Jubiläum der Unabhängigkeit.

In diesem Zusammenhang an das Gedenken der Unabhängigkeit und Einheit des Landes findet aller fünf Jahre der sogennante "Chama da Unidade" statt,  "Der Ruf nach Einheit". Ich bin wohl genau zur richtigen Zeit nach Mosambik gekommen; erst die Präsidentschaftswahlen und jetzt noch dieses Ereignis UND 40 Jahre Unabhängigkeit!
Menschenmassen zum "chama da unidade"
Im Norden des Landes wird dabei eine Fackel entzündet, die dann durch alle Städte und Dörfer nach Süden bis nach Maputo getragen wird, wo sie am 25. Juni ankommt.
Letzte Woche kam die Fackel auch nach Chicumbane und das ließen Monja und ich uns natürlich nicht entgehen. Schon halb 10 gingen wir mit unseren beiden Chefs zum Ort des Geschehens, an dem es nur so von Schulkindern wimmelte, die für diesen besonderen Tag frei bekommen hatten. Wie es in Mosambik so ist warteten wir un warteten...3 Stunden. Ohne das etwas geschah. Also gingen wir nach Hause bis dann irgendwann um 1 die Fackel eintraf und alle wie verrückt drängelten, um sie einen Moment zu berühren. Man sagt, das bringe Glück. Man drängte uns regelrecht dazu sie auch zu berühren (das wollten wir eh) aber anstatt uns wie angeboten vorzudrängeln (und mal wieder darauf aufmerksam gemacht zu werden, das man immer als "besonders" gesehen wird als "mulungo"/Weiße) warteten wir ein wenig ab und berührten dann für einen winzigen Augenblick die Fackel.
Puh, und dann wurde ich von einem Fernsehreporter spontan gefragt was ich danach gefühlt habe. Eigentlich nichts Besonderes, aber irgendwas ließ ich mir einfallen und sprach das mit meinem nicht ganz so perfektem Portugiesisch in die Kamera, haha.
Eine wirklich tolle Tradition wie ich finde!
Stellt sich mir nur die Frage: was macht man eigentlich zum Tag der deutschen Einheit als sich nur über einen freien Tag zu freuen???  Sollte man sich nicht dankbarer an die Einheit des Landes erinnern und das auch feiern? Hm...mit dem deutschen Nationalstolz, der durch die Geschichte angekrazt ist, ist das so eine Sache...

Donnerstag, 12. März 2015

Essen macht stark, Essen machen noch viel stärker!

Maiskörner
Mais frisch von der "machamba", dem Feld
Mädchen beim Maisstampfen
erst Maisstampfen....
.....und dann Maismahlen

 Wenn wir Essen wollen, ist der schwerste Teil wahrscheinlich das Einkaufen im Supermarkt, der nervenraubende Vergleich der unzähligen Produkte tausender Marken in den Ausführungen "fettarm", "light", "bio", "genfrei", etc., und das anschließende nach Hause bringen der Einkäufe, das oft durch das Auto erleichtert wird. Dann nur noch Packung auf, Essen auf dem Ceranfeld kochen oder in der Mirkowelle erwärmen, fertig!
In Mosambik, vor allem natürlich auf dem Land, ist das oft noch anders. Sehr viele Familien haben eine kleine "machamba" ein Feld, auf dem sie ihre eigenen Produkte wie Mais, Erdnüsse oder Bohnen anbauen. Bewirtschaftet wird meist alles von Hand mit einer Hacke. Oft sind es die Frauen die arbeiten...
Diese sind dann auch für die weitere Essenszubereitung verantwortlich. Der Mais wird erst getrocknet, dann mit einem schweren Pfahl gestampft. Dazu braucht es sehr viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ich war schon nach kurzer Zeit total K.O. und das Stampfen ist neben der Anstrengung auch gar nicht so einfach wie es aussieht.
Entweder kann man aus Mais Mehl herstellen und daraus Xima machen (das Mehl kann man übrigens auch im Laden kaufen) oder der gestampfte Mais wird über Nacht in Wasser eingelegt und dann gemahlen/gemörsert (siehe rechtes Bild). In gleichmäßigen kreisförmigen Bewegungen wird dabei ein Pfahl in einer Tonschüssel gerühert, bis der Mais zu einem Brei wird. Auch das dauert und ist sehr anstrengend.
Ist man dann endlich fertig, wird der Herd angemacht. Oft ist es dabei aber nicht mit dem Umlegen eines Schalters getan, worauf sich die Herdplatte schnell erhitzt, sondern Kohle muss angezündet werden oder man kocht auf einer offenen Feuerstelle mit Holz. Dabei kann es schon ganz schön rauchen. Dann kommt das Maismehl oder der Brei ins kochende Wasser und wird gekocht bis er zu einer festen Masse wird; dem Xima.
Und dann nach all dieser Arbeit erst kann man essen!

Ps: Aus Unwissen, fehlender Kraft und Faulheit kaufen wir nur das fertige Ximamehl. Das Xima aus dem gemahlenen Mais finde ich aber eigentlich viel leckerer.




Xima com frango / Hühnchen
Xima com Frango(Hühnchen)

Freitag, 6. März 2015

Gemeinsam gegen Malaria: Unterstütze meine Arbeit bei ACOSADE!

Malaria ist eine Krankheit, die heutzutage gut behandelt werden kann, wenn sie frühzeitig erkannt wird und der Körper nicht schon durch andere Krankheiten wie AIDS geschwächt ist. Mit einfachsten Mitteln wie Moskitonetzen und Mückensprays kann man sich außerdem gegen die nachtaktiven Mücken  schützen. Trotzdem erkranken jedes Jahr viele tausende Menschen in Mosambik an Malaria, da ihnen die Mittel zu einer ausreichenden Prävention fehlen.
Gerade deswegen ist das Malariaprojekt von ACOSADE von großer Bedeutung. Schon 2013 wurde ein solches Projekt durchgeführt, bei dem an über 70 Familien Moskitonetze verteilt wurden und in Seminaren über die Krankheit aufgeklärt wurde.
Um das Projekt erneut zu realisieren, ist ACOSADE auf Spenden angewiesen. Schon ein kleiner Beitrag hilft Malaria zu stoppen und Leben zu retten!


Jetzt für das Malariaprojekt spenden!!! Unter der Linkadresse finden sich noch weitere interessante Informationen.


Ein zweites Anliegen sind unsere Sprachkurse, die vor zwei Wochen starteten. Zur Zeit lernen über 45 Schüler aller Altersgruppen bei ACOSADE Englisch. Die Sprachkurse sind ein kostenloses Angebot, um allen das Lernen zu ermöglichen. Daher fehlen uns leider die Mittel für Arbeitshefte, Lernmaterial und selbst Kopien können wir nur begrenzt ausgeben.
Deswegen suchen wir auch Unterstützer für die Sprachkurse.
Erfahre mehr und unterstütze die Kurse!!!


Ps; Teilt die Links gerne auch mit Freunden und Bekannten (auf fb, per Mail,...)

Donnerstag, 5. März 2015

Karneval in Afrika?! - die "dritte" Jahreszeit



Karnevals-Chapa

das war mal ein Auto

"no risk, no fun": oder Null-Respekt vorm Verkehr ...nicht verwunderlich, das dann leider Unfälle passieren

Karneval, Fastnacht, Fasching oder auch die fünfte Jahreszeit. Kölle Alaaf, bunter Karneval mit heißen Tänzen in Rio de Janeiro, edle Masken in Venedig oder Karneval in Québec/Kanada. Überall auf der Welt feiern Menschen Karneval und das schon seit einigen hundert Jahren. Erste Vorläufer des Festes gab es schon bei den Römern, die sich statt mit Konfetti mit Rosenblüten bewarfen, und spätestens im Mittelalter gab es eine richtige "Karnevals-tradition". 

So ist es eigentlich nicht überraschend, das auch hier in Mosambik plötzlich hupende Autos mit tanzenden Menschen, teilweise verkleidet, in einem Umzug durch die Stadt oder in den nächsten Ort fahren. Das Datum wann genau nun Karneval stattfindet ist mehr an den Ort als an die christliche Tradition gebunden,was der Freude aber keinen Abbruch tut.
Hier in Chicumbane findet an drei Wochenenden Karneval statt. Etwas unschlüssig ob man sich nun verkleidet oder nicht, machten wir uns auf den Weg zum Umzug, der geplant 14:00 Uhr beginnen sollte, aber mit mosambikanischer Verspätung über drei Stunden später vom zentralen Marktplatz an der Nationalstraße startete. Angeführt wurde der Umzug von einem Auto, auf dem ein Aufbau aus einer Art Schilfrohr angebracht war und dem verkleideten Organisationsteam, das irgendeine Bibelgeschichte nachstellen wollte-was genau ist mir noch schleierhaft; die Kostüme waren auch eher frei interpretierbar :) Einige als Frauen verkleidete Männer, stöckelten zwischen den anderen Autos und Motorrädern, die knatternd vorbeisausten, entlang. Monja und ich ergatterten einen Platz auf einem voller Menschen beladenem Pick-up, dessen Fahrer zum Glück "ruhig" fuhr :D. Mit Musik und bei strahlenden Sonnenschein genossen wir dann die Fahrt.
Der Umzug ging bis in den Nachbarort 3 de Fevereiro und danach gab es noch einen Wettbewerb, bei dem Tänzer und Musiker/Rapper eine Show lieferten. Voller Neid schaute ich mal wieder den teilweise noch echt jungen Kindern zu, wie sie zu "marrabenta" und schnellen Rhythmen mit perfektem Hüftschwung und vor allem in rasendem Tempo tanzten. 
Das zweite Wochenende fuhren wir im Umzug der Hauptstadt von Gaza, Xai-Xai, mit. Alles viel größer, mehr Autos, mehr Menschen, mehr Verkleidung-häufig  Mädels in Röcken und passendem Top mit Glitzer geschminkt! Aus Chapas halbheraussitzend oder gleich auf dem Dach des Autos, nach dem Motto: "Festhalten wird überbewertet". Nebenbei wummerte Musik und die Autos hupten wie verrückt. An der Straße standen viele Leute, die den Umzug durch die Stadt verfolgten.  Das war natürlich nochmal etwas ganz anderes und hat sehr viel Spaß gemacht!
In Mosambik gibt es also doch eine dritte Jahreszeit! Nebenbei kündigt sich schon der "Winter" an und so verwöhnt, wie ich von der Wärme bin, ziehe ich schon bei etwas über 20 Grad lange Hosen an :o Wie soll da nur der "Winter" werden?

Markenfälschung! :)

Umzug in Chicumbane begleitet von vielen Kindern



Sonntag, 1. Februar 2015

Vom Geld auf der Straße und der mosambikanischen Währung Metical

1) 20 Centavos, Kolonie Mosambik, 1974 2)  1 Escudo, Kolonie Mosambik 1950 3) 50 Centavos, Mosambik 2006 4) 1 Cent, Kanada, 1983, 5-8) Rand, Südafrika 9)1 Cent, USA

Wenn man eine Münze findet, so heißt es, bringt sie einem Glück. So viele Münzen, wie ich in den letzten Monaten hier gefunden habe, sollten dann für ziemlich viel Glück sorgen! Zum Beispiel heute früh als ich aus unserem Haus ging fiel mir eine Münze aus der Kolonialzeit von 1974 ins Auge. Die lag da einfach so im Sand. Schon möglich, das sie beim Umgraben letztens ausgebuddelt wurde und vielleicht gehörte sie ja sogar mal dem Bewohner unseres „Kolonialhauses“. Aber ich habe auch schon Münzen auf der Straße in Maputo gefunden, am Strand oder auf einem Campingplatz. Insgesamt sind es über 9 Münzen aus allen möglichen Ländern. Auf dem Foto könnt ihr sie sehen. Besonders ist auch die 2. Kolonialmünze (20 Centavos, 1950). Escudo war übrigens die Kolonialwährung von 1914 bis 1980 in Mosambik.



Die heutige Währung Mosambiks ist der Metical (Mehrzahl: Meticais, MZN).  Schon seit 1980 gibt es ihn, jedoch gab es im Jahr 2006 eine Währungsreform. Es gibt offiziell 1, 5, 10 und 20 Centavos Münzen, wobei ich diese noch nie gesehen habe, was auch verständlich ist, haben sie doch nicht mal den Wert von einem Cent. Im Alltag begegnen einem manchmal 50 Centavos und regelmäßg 1,2,5, und 10 Meticais Münzen. Die Banknoten gibt es in 20, 50, 100, 200, 500 und 1000 Meticais. Der Wechselkurs liegt aktuell bei 1:38 (1 Euro=38MZN) und so ist es überhaupt nicht ungewöhnlich mit Scheinen zu bezahlen. Bananen kosten z.B. 20 Meticais, 50 Cent, und selbst diese bezahlt man mit einem Schein. Leider bekommt man beim Geldabheben oft 500er oder sogar 1000er und diese loszuwerden ist etwas tricky. „Troco“ also Wechselgeld ist überall knapp. Bei Straßenverkäufern schon wenn man mit 200 (gerademal 5 Euro!) oder sogar 100 (2,50 Euro) MZN bezahlt, aber auch in Restaurants oder Läden ist das Wechselgeld oft knapp. Mittlerweile habe ich gar keine Probleme mehr mit dem Preisen und es ist für mich ganz normal gerundet mit 40 die Preise umzurechnen, wenn überhaupt


Währungsrechner:






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Dienstag, 27. Januar 2015

Januar!

Ups, da ist der Januar schon fast vorbei und noch keinen einzigen Blogeintrag habe ich dieses Jahr geschrieben. Eine Schande. Sorry, aber erst jetzt bin ich wieder so richtig zu Hause und habe Zeit zu schreiben.

Silvester habe ich mit Monja am Strand von Xai-Xai verbracht. Ziemlich viele Leute und sogar schon verfrüht Feuerwerk. Hauptsächlich beschränkte sich das neben ein paar Raketen auf stabartige Fontänen, die man in der Hand hält und je nach Windverhältnissen schon gefährlich sein können in der Menschenmenge. Passiert ist uns aber zum Glück nichts :p :D

Urlaub: Zuerst gings in die nächste Provinz nördlich von Gaza nach Inhambane, wo schon viele der anderen Freiwilligen waren. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Das Gras- und Waldland wich mehr und mehr riesigen Palmenwäldern. Inhambane, heißt auch die Hauptstadt der Provinz. Eine nicht allzu große aber sehr saubere Stadt mit hübschen Häusern noch aus der Kolonialzeit. Ganz in der Nähe gelangt man zu den Stränden Tofo, Tofinho und Barra. Wir waren in Tofo, das sichtbar touristisch geprägt ist aber trotzdem seinen Charm hat. Vor allem viele Südafrikaner kommen um die Jahreswende hierher, um ihre Ferien zu verbringen und zu Tauchen oder einfach nur den herrlichen Strand zu genießen.

streets of Inhambane

Mit einem kleinem Boot "Dhau" (natürlich bis zum geht nicht mehr beladen) überquert man die Bucht, die Inhambane von Maxixe trennt. Von dort aus ging es mit der Chapa weiter in den Norden bis nach Vilanculo(s). Das liegt immer noch in Inhambane, doch Stück für Stück wird es entlang der EN1 einsamer und die Natur grüner und saftiger.
die Dhaus
In Vilanculos verbringen wir einige Tage auf einem paradiesischem Campingplatz, der von einer Italienerin geleitet wird und lassen die Tage relaxt an uns vorbeiziehen, während wir in der Hängematte schaukeln, am Strand liegen und das türkisblaue Meer bestaunen. Für mich ist Vilanculos bisher DER schönste Strand!!! Sogar schöner als Ponta do Ouro, oder vielleicht ist es die ganze Athmosphäre die mich einfängt.




Wie zur Dekoration schaukeln bunte Fischerboote auf dem Meer und in der Ferne am Horizont deuten sich Inseln an. Bazarruto davon ist die bekannteste und auch teuerste Insel, die vor allem vom Luxustourismus eingenommen wurde. Zu fünft (zu uns stießen noch Kira, Theresa und Hannah) schipperten wir mit einem Boot und unseren drei Steuermännern (von denen zwar keiner  Freitag aber immerhin "Domingo" /Sonntag hieß) zu einer kleineren Insel; Magaruque.  Wie die Schatzinsel ragte sie vor uns aus dem Meer heraus und auch wenn ich die Karibik nicht kenne, irgendwie so muss es wohl sein: strahlende Sonne über segelnden Schiffen auf klarem türkisfarbenem Wasser mit fernen Inseln voller Palmen. Ganz verlassen war die Insel dann aber dann doch nicht; irgendjemand war wohl doch schon vor uns da, oder wie soll man die Landebahn sonst deuten? Und eine Lodge gab es auch. Zudem wurde die Einsamkeit nach kurzem schon durch eine Flut weißer Touristen gestört, die sich neben unserem "Lager" niederließen. Das tat diesem wunderbaren Ausflug aber wenig Abbruch: schon gleich stand das nächste Abenteuer an. Schnorcheln! Vor der Insel lag ein kleines Felsenriff an dem wir mit Taucherbrille und Flossen entlangschnorchelten und einige Fische sahen. Später sah man aus der Ferne sogar noch einen Delfin! Dann gab es am Strand noch Essen und glücklich segelten wir zurück zum Campingplatz.


korbartige Vogelnester in einer Palme


Die letze Etappe der Reise war die Fahrt nach Beira, die Hauptstadt der Provinz Sofala und zweitgrößte Stadt Mosambiks, die übrigens auch den größten Hafen des Landes hat, den wir leider nicht betreten konnten. Jetzt wurde es wirklich einsam. Ich glaube bis zum Beira Korridor (Kreuzung der EN1 und EN4, der Abzweigung nach Beira bzw. Chimoio/Hauptstadt Manica´s) gab es keinen Ort der so groß wie Chicumbane war und oft sah man nur vereinzelte Hütten von der Straße aus. Vielleicht hat man von der Straße aber auch einfach keine Dörfer gesehen. Die EN1 verwandelte sich stellenweise in eine Schotterpiste voller Sand und Löchern eher von der Art Landweg als große Nationalstraße. Erstaunlicherweise fördert selbst hier die EU und gibt Gelder für den Bau der Straße! Auf der Fahrt überquert man auch den großen Save Fluss, der von einer neu gebauten Brücke überspannt wird.


Blick von der Straße



Leuchtturm in Beira
Ich blieb in Beira nur kurz und sah deswegen (und auch wegen der Hitze) nicht sonderlich viel. Ein Leuchturm ist sogar am Strand zu finden, der heute aber außer Betrieb ist und vor dem Teile alter Schiffswracks liegen. Als die Portugiesen das Land verlassen mussten, rächten sie sich mit einer Wutaktion, in dem sie die Schiffe der Stadt zerstörten und in Brand setzten. Lustigerweise kam kurz darauf Dhlakama, der Führer der Oppositionspartei Renamo in die Stadt (die Renamo Hochburg ist, allgemein ist der Norden und die Mitte des Landes im Gegensatz zum Süden mehr von der Renamo geprägt) und hielt eine Rede, in der er wie schon oft die Frelimo anklagte und forderte die nördlichen Provinzen als Renamo Gebiet auszurufen und von der Frelimo zu lösen. Vor kurzem forderte er auch noch Nampula zur neuen Hauptstadt zu machen. Bisher sind das zum Glück nur alles Ideen und es bleibt ruhig im Land. Hoffentlich auch weiterhin.
unser cooles Gruselhotel
Zwischenseminar: Kurz darauf stand schon das Zwischenseminar an, auch wenn erst 5 Monate um sind. Dazu trafen sich alle Freiwilligen aus Mosambik und Südafrika, sowie zwei einer anderen Organisation aus Botswana in Südafrika/Nelspruit, welches ca. 1 1/2 Stunden von der Grenze entfernt liegt. Kaum hatte man die Grenze übertreten befand man sich in einer anderen Welt: alles schien viel europäischer, geordneter, riesige Plantagen am Rand der Straße, keine Credito Verkäufer (Handyguthaben Verkäufer die es in Mosambik wie Sand am Meer gibt) und Kälte. Ok, Kälte ist übertrieben aber im Vergleich zu Mosambik war es kühl. Das Seminar an sich war super entspannt und interessant. Von manchen Freiwilligen hatte man ja seit Deutschland gar nichts mehr gehört...

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Feliz Natal_Weihnachten mal anders

Heute ist Heiligabend, und was macht man da? Klar, an den Strand gehen und erstmal ein Bad nehmen! Das ist auch dringend notwendig bei ueber 36 Grad Aussentemperatur...So richtige Weihnachtsstimmung kommt auch nicht dadurch auf, als wir schwitzend "Stille Nacht, Heilige Nacht" und "Last Christmas" singen.zus
Der 24. Dezember wird hier sowieso weniger gefeiert, der richtige Weihnachtstag ist erst morgen am 25. Dezember, wo man in die Kirche geht und mit der Familie zusammenkommt. Wie genau das alles ablaeuft werden wir morgen sehen. Auf jeden Fall werden wir in einer mosambikanischen Familie feiern...
Heute sind wir dann nach dem Strand zu einer befreundeten Familie gefahren, wo wir erstmal im Schatten gefaulenzt haben und dann spaeter kochten wir. Dauert hier wie gewoehnlich Stunden und so haben wir bis jetzt immer noch nicht gegessen. Und wir haben Plaetzchen gebacken! Zwar ganz Einfache, aber immerhin Plaetzchen. Das funktioniert sogar in einem Topf der auf einem Kohleherd steht und auf den oben drauf nochmals Kohlen gepackt werden.
Also Euch allen erstmal Frohe Weihnachten. Feiert schoen!!!





Dienstag, 16. Dezember 2014

Regenzeit

Ich liege im Bett und ich will am liebsten den ganzen Tag liegen bleiben. Ein stetiges Strömen und Rauschen lässt mich weiter schlummern. Es regnet. Nicht nur leise tröpfelnd sondern in langen Fäden plätschernd fallen die Tropfen zu Boden. Der Mangobaum und der Mais vor unserem Fenster wirken heute noch strahlend grüner als sonst. Die Felder werden vom Regen durchdrungen und auf den sonst sandig-staubigen Wegen bilden sich große Pfützen. Fast  scheint es so, als ob einige der Wege sogar zu kleinen Bächen mutieren. Bis auf die Frösche ist heute kaum einer unterwegs, und wenn ist man mit Regenschirm geschützt oder bedeckt von einer Kapulana.
Auch wir die „mulungos“ wagen uns nach draußen. Mit unseren Regenjacken, Kapuzen auf dem Kopf und Flip Flops geben wir ein lustiges Bild ab, wie wir durch den Regen waten. Schon nach einer Minute sind wir regenüberströmt, aber das macht Nichts! Hitze und Sonne gibt es sonst schon genug.
Der Himmel ist grau getüncht und kein Fleckchen lässt auf baldige Besserung hoffen. Doch das Grau und der Regen sind irgendwie bezaubernd. Diese Regenatmosphäre lässt die Seele rein werden und ist unglaublich beruhigend. Die Natur scheint nur so die Feuchtigkeit aufzusaugen und jauchzend aufzuatmen. Wow, Regen kann echt schön sein…

Ja, ich bin glücklich. Heute ist ein besonderer Tag. Denn jetzt beginnt die Regenzeit wirklich…

Freitag, 12. Dezember 2014

Bilder aus Mosambik...



Umweltseminar zum Thema Kompost, im Vordergrund unser selbstangelegten Beete

Parque dos Namorados (Park der Verliebten) in Maputo

unsere "2. Familie", Maputo, ganz links Amelia, Tante, Monja, Onkel "Jope", Tante Maria, Verwandte, Tante, ich zu Amelias 30. Geburtstag
unerwünschter Besuch bei uns: eine fette Spinne!!!

tanzende Frauen mit Kapulanas, um genau zu sein curandeiros/traditionelle Heiler

Wer weiß wie das Tier heißt ? :D

Montag, 1. Dezember 2014

1. Dezember, Internationaler AIDS/HIV Tag

Erster Dezember bedeutet das erste Türchen im Adventskalender aufmachen und nur noch 23 Tage, dann ist Heiligabend. Doch der 1. Dezember ist auch der Internationale AIDS/HIV Tag.
Hier in Mosambik ist das Thema AIDS sehr präsent, denn fast 25 % der Bevölkerung sind HIV positiv. Nur Schritt für Schritt kann man mit Aufklärung in den Schulen, Projekten und Prävention die Krankheit langsam eindämmen. Erschwert wird das Ganze durch Scham sich zu „outen“ (wie es überall auf der Welt der Fall ist) bzw. erst einmal einen Test zu machen. Diesen kann man hier übrigens im Krankenhaus kostenlos machen, oder wie heute in einer mobilen Station, die daraufhin auch sehr rege genutzt wurde. Der Test ist ganz einfach und es benötigt nur einen Spritzer Blut. Um wirklich Sicherheit zu haben, muss man den Test aber nach drei Monaten wiederholen.
Schon seit Juli arbeitet ACOSADE mit N´weti zusammen und in diesem Zusammenhang erscheinen in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder drei „Activistas“ im Büro. Sie führen ein Projekt durch, in dem es darum geht die Bedingungen in Krankenhaus zu verbessern und Aufklärung zu leisten.
Deswegen nahmen wir dann heute auch am Internationalen AIDS Tag teil und trafen uns schon halb sieben mit den Activistas. Gegen um sieben traf dann eine Chapa ein voller Leute in weißen Aktionstshirts und passender Mützen. Wir bekamen T-Shirts und Mütze, quetschten uns in die Chapa, um zum Hospital zu fahren, wo wir noch mehr Leute einsammelten. Ein neuer Chaparekord: diesmal sogar fünf Leute auf einer Sitzreihe, also insgesamt über 25 Leute in einem Minibus, ca. von der Größe eines VW Bullis. Begleitet von zwei anderen Autos fuhren wir in einen nahegelegenen Ort, wo schon andere Gruppen (natürlich alle mit uniformen T-Shirts) versammelt waren und auf die Ankunft des Distrikt Chefs warteten. Er legte dann einen Blumenkranz nieder begleitet von der Nationalhymne.
Gemeinsam marschierte der ganze Trupp von über zweihundert Leuten dann zu einem anderen Versammlungsort. Der „Marsch“ fühlte sich tempomäßig eher wie ein Wettlauf an…Das bin ich schon gar nicht mehr gewöhnt, denn hier laufen die Meisten ja echt gemächlich.
Dann traten die unterschiedlichen Gruppen auf und sangen und tanzten. Wieder war es sehr beeindruckend wie begeistert und voller Energie alle Leute mitmachten, egal wie alt sie waren. Der „typisch afrikanische“ Gesang ist voller Mehrstimmigkeit und scheinbar spontan. So fing auf der Rückfahrt in der Chapa einfach eine Frau an eine Einleitungszeile zu singen und der Rest stimmte spontan ohne Absprache ein, und das noch synchron! Ich liebe es diese Lieder zu hören und man bekommt zum Teil richtig Gänsehaut. Und auf jeden Fall ein breites Grinsen im Gesicht 
Insgesamt ein super Tag, auch wenn mal wieder ein Großteil nur auf Changana war; sprich so viel verstanden haben wir nicht, doch zufällig trafen wir einen Madgerman (Mosambikaner der als Vertragsarbeiter in der DDR gearbeitet hat), den wir schon kannten und der uns ein wenig übersetzte.

Samstag, 22. November 2014

Neue Impressionen: Ein Ausflug aufs Land

links die Männer, rechts die Frauen

Der Großteil der Häuser einfache Hütten mit Strohdach, Ziegen und Hühner die durch die Gegend laufen, Frauen die Sachen auf dem Kopf tragen, um die Hüften geschlungen Capulanas (Stofftücher mit vielfältigen Mustern). Vom strahlend blauem Himmel prasselt die Sonne. Es ist Donnerstag, irgendwo in Afrika!
Was ist das für ein Bild, welches ich gezeichnet habe, von diesem Dorf, Ndonga, in dem ich diese Woche Donnerstag und Freitag wegen eines Projektes von ACOSADE war? Vielleicht das klassische Bild, welches man hat, wenn man sich ein afrikanisches Dorf vorstellt. Das „wirkliche Afrika“, wie aus dem Bilderbuch. Das ist natürlich Quatsch! Und was vor allem noch viel erstaunlicher ist: ich habe kein Bild gezeichnet, sondern der Leser selbst kreiert es mit den wenigen Infos die er bekommt in seinem Kopf. Hätte ich nur davon geschrieben, das es in diesem Dorf einen Billardtisch gibt und fast alle Leute ein, wenn nicht sogar zwei Handys besitzen, so wäre die Einschätzung anders ausgefallen. Die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen, aber daran zeigt sich wie schwierig es ist zu berichten und vor allem wie kritisch man sein muss, wenn man Nachrichten aufnimmt. Täglich akzeptieren wir Nachrichten von mehr oder minder seriösen Quellen. Und selbst wenn die Nachrichten keine Lügen sind, so zeigen sie oft doch nur einen bestimmten Teil der Wahrheit (der zudem noch durch unsere Erwartungen, das was wir hören wollen beeinflusst wird) und viel zu schnell bilden sich feste Meinungen und Klischees aus.
Afrika ist ohne Frage ziemlich klischeebelastet und als wir von Chokwe, wo wir übernachteten, über eine halbe Stunde durch eine relativ verlassene Landschaft fuhren nach Ndonga und da ankamen, so drängte sich auch mir der vielleicht verwerfliche Gedanke auf: „Wow, das ist nochmal etwas ganz anderes. Das ist das „richtige“ Afrika, wie man sich das vorstellt. Ein Dorf mit Hütten, irgendwo im Nirgendwo.“. Schnell merkte ich aber auch, wie das klischeehafte Bild an Halt verlor. Es gab auch hier Chapas, die fuhren, auch Handys, auch den Billardtisch und die Bar, eine Schule, etc.
Trotzdem war es nochmal eine andere Erfahrung als in Chicumbane: Diesen Ort würde ich wirklich als Dorf bezeichnen, allein wegen der Größe, im Vergleich zu Chicumbane, das doch echt groß ist und mir mittlerweile echt wie eine Stadt mit Sandstraßen und einstöckigen Häusern vorkommt. Dort in Ndonga sprachen auch viele Leute nur die einheimische Sprache Changana, sodass wir vom Seminar an sich leider nicht viel verstanden…Inhalt war u.a. , das die Teilnehmer sich mehr ihre Ressourcen, die sie im Dorf haben, ins Gedächtnis rufen sollen. In Gruppenarbeit wurden die Themen ausgearbeitet. Besonders war hier, dass Frauen und Männer getrennt in Gruppen arbeiteten. Warum? Anscheinend ist es hier doch noch der Fall gewesen, das die Frauen sich den Männern unterordnen bzw. Respekt entgegenbringen (müssen?) und die Arbeit in gemischten Gruppen nur zur Folge hätte, dass die Frauen ihre Meinungen zurückhielten. Insgesamt wurde dann angeregt diskutiert und Luis wertete die Ergebnisse aus. Unsere Arbeit hielt sich also in Grenzen und wir beobachteten mehr und versuchten das ein oder andere Changanawort zu verstehen.
in eine Schüssel passt mehr als in einen Teller, Essen!
An beiden Tagen wurde auch gekocht. Um 11 begann das Kochen und dauerte dann auch bis um 3 bzw. um 4! Wir wunderten uns nur mal wieder über diese langsame Kochkultur. Sicherlich wurde da für 25 Leute gekocht, doch es kochten auch 5 bis 6 Frauen und an sich konnten sie sehr schnell Tomaten schneiden, etc., doch irgendwie zog sich trotzdem der Kochprozess über Stunden hin. Ein Glück bin ich da schon resistent geworden und durch das Mithelfen verging die Zeit auch schneller.
Wahnsinn auf jeden Fall, was für Essensberge gekocht wurden. Bestimmt 25 kg Reis, dazu sicher nochmal 15 kg Xima und sehr viel Fleisch! Dementsprechend aß man dann auch viel, aus seinen zum Teil mitgebrachten Schüsseln und Töpfen. Ein wahres Festmahl! Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber alles wurde leer!
Und auch hier kann man ganz leicht wieder ein falsches Bild bekommen: Entweder könnte man glauben, die Leute essen immer so überdimensional viel, oder sie stopfen sich voll, weil es sonst nichts zu essen gibt. Nichts davon ist anscheinend wahr. Zum besonderen Anlass aß man schon mehr als sonst, aber trotzdem stimmt die Tatsache, dass viele Leute hier in Mosambik/in Gaza/in meiner Umgebung ziemlich viel essen und wo es in Deutschland als ungeniert gilt einen überquellenden Teller zu haben, so stört das hier anscheinend niemanden.

In jedem Fall waren diese zwei Tage nochmal ein anderer Teil Mosambiks, den ich kennengelernt habe und doch hat sich mal wieder gezeigt: es ist eine Welt und alles nur Menschen, die im Grunde gar nicht so unterschiedlich sind. Auch hier klingelt das Handy während eines Seminars! 

Ps: Schaut doch mal auf den Blog meiner Projektpartnerin Monja! Sie schreibt über interessante Dinge, die ich zum Teil  (noch) gar nicht veröffentlicht habe :D 

Mittwoch, 19. November 2014

Ein Viertel Jahr ist schon um!

...und damit wird der erste Quartalsbericht fällig, in dem ich ein erstes Fazit über meine Arbeit, das Leben hier und die Ereignisse ziehe. Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt hat kennt schon einige Inhalte, trotzdem sind im Bericht noch einmal neue Gedanken und Bilder enthalten: 

1. Quartalsbericht Ines

Wahnsinn auf jeden Fall wie schnell die Zeit rennt (ein Viertel ist weg!!! Und schon jetzt fragen alle nach Silvesterplänen :o ) und mittlerweile ist schon November! Am Wochenende war ich mit Monja in Maputo, wo wir wieder bei Amelia und ihrer Familie gewohnt haben, die uns wie ihre eigenen Kinder in ihre Familie aufnehmen und so sind wir beim ganz normalen Familienalltag dabei, der ziemlich entspannt ist und wo Kochen schon mal fast den ganzen Tag in Anspruch nehmen kann. 
Anlässlich Amelias 30. Geburtstag gab es dann auch eine große Party und wir kochten mit ihr zusammen. Es wurde auf Changana gesungen und die Stimmung war super. Viele neue Leute lernte ich kennen und das lange Wochenende (sehr lang: Freitag bis Dienstag) in Maputo ist wieder viel zu schnell verflogen. Hach, ich liebe diese Stadt und will doch schon gleich wieder hin, doch ich bin auch froh wieder in Chicumbane zu sein :D 

Ps: Das Internet läuft zur Zeit nicht so gut, daher kann ich nicht so regelmäßig bloggen....

Dienstag, 11. November 2014

Mosambik, Land der Traumstrände (Ein Wochenende in Bilene)




Letztes Wochenende fuhren Monja und ich nach Bilene, von dessem schönem Strand uns schon oft vorgeschwärmt wurde. Zu Recht! Feiner, fast weißer Sand, Palmen , die sich sanft im Wind wiegen und türkisfarbenes Wasser. Wenn man nicht wüsste, das Bilene in Mosambik liegt, könnte man fast meinen man befindet sich auf einer Südseeinsel. Ich hätte vor allem viel mehr Touristen und Leute am Strand erwartet, doch abgesehen von den Jetskis und Booten auf dem Wasser war es recht entspannt. Am Sonntag bekam ich dann zum ersten Mal richtige afrikanische Hitze zu spüren. Wie viel Grad genau es waren kann ich nicht sagen, doch der Sand am Strand war so heiß, das man kaum darauf laufen konnte. So lagen wir regungslos im Schatten am Strand oder ließen uns im Meer treiben. Das Wasser ist fast ganz ruhig und es gibt kaum Wellengang, da der Strand etwas abgetrennt vom Meer ist und in einer Bucht liegt. Außerdem ist das Wasser echt flach und man kann sehr weit reinlaufen. Bilene ist also definitiv empfehlenswert wenn man weiße Strände, flaches Wasser und entspannte Strandtage mag! (Nur mal so ein Tipp für eine Mosambikreise :D )

 




Donnerstag, 6. November 2014

Mosambik: Wahlergebnisse 2014 - FRELIMO gewinnt Wahlen erneut

Am 15. Oktober fanden in Mosambik Regierungswahlen statt und ein neuer Präsident sowie die Regierungspartei wurden gewählt. In einem vorherigen Post (Wahlkampf in Mosambik) hatte ich bereits über die Wahlen berichtet.
Aus Deutschland kennt man es, dass die Wahlergebnisse noch am selben Tag veröffentlicht werden. Nicht so in Mosambik. Die Auszählung wurde einerseits verzögert durch Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen in Provinzen in der Mitte und im Norden des Landes (Wahllokale öffneten erst später, Vorwurf des Wahlbetrugs durch die FRELIMO-derzeitige Regierungspartei). Andererseits ist das Auszählungsverfahren anscheinend noch nicht so ausgereift wie in anderen Ländern. Dabei muss man bedenken, dass Wahlen in Mosambik erst seit 1994 existieren.

Die endgültigen Wahlergebnisse lauten:

Partei: 59,3% Frelimo, 32,4% Renamo und 8,29% MDM
Präsident: 57% Filipe Nyusi, 34,5% Afonso Dhlakama und 9% Daviz Simango.

Wie schon absehbar, gewinnt die bisher regierende Partei FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique – Mosambikanische Befreiungsfront) erneut. Doch der Sieg Nyusis ist nicht mehr so eindeutig wie der des vorherigen Präsidenten Guebuzas, welcher mit 75% die Wahlen gewann. Die Opposition hat deutlich an Stimmen gewonnen und die FRELIMO hat ihre 2/3 Mehrheit im Parlament verloren.
Damit verschiebt sich das Mächtegleichgewicht, Entscheidungen die gefällt werden können nun anders ausgehen.
Ob und wie sich etwas auf politischer Ebene in Mosambik ändert wird sich zeigen. Glaubt man den Wahlparolen der FRELIMO (die durchgehend seit 15 Jahren regiert), so wird sie für „mudanca“ und „desenvolvimento“ sorgen. Wandel und Entwicklung trotz Dauerregentschaft? Wir werden sehen…

Die Wahlen waren auf jeden Fall insoweit erfolgreich, das sie friedlich ohne große Vorkommnisse abliefen. 

Freitag, 31. Oktober 2014

ein lyrischer Post


Maputo


Unter Sand und Müllfetzen
versuchst du deine Makel
zu begraben.
Mit Lärm das Nichtstun und den Trott
zu übertönen.
Bröckelnde Fassaden an den Häusern,
voll Regen saugen sie sich
fleckig grau.
Schweiß der vielen Menschen in der Chapa,
du lässt Kinder allein; allein
auf staubigen Straßen um ihr
tägliches Leben ringen.

Maputo, was bist du für eine Stadt?

Voller Gegensätze, wo Glück und Unglück
so nahe beienanderliegen, wie ein
Sandkorn am Anderem.
Golden durchflutet die Sonne deine Straßen,
offenbart schonungslos, doch du
bist trotzdem wunderschön!
Eine warme Energie und Gelassenheit strömen
aus deinen Poren,
fließen über in tanzendes Gelächter in den Straßen.
Selbst wenn du weinst im Nebelgrau des Regens,
macht dein Angesicht noch süchtig.

Maputo, du bist eine Göttin!

Webst einen Bann um mich,
lässt mich nicht gehen.
Schlägst mich mit der flachen Hand, um
mich dann sanft in den Arm zu nehmen.
Welch Stadt! Voller
Möglichkeiten, voller
Abenteuer, voller
Plagen, voller
Untreue, voller
Träume, voller
                                                                   Opfer…


*inspiriert von Maputo, Ines W.