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Samstag, 18. April 2015

Impressionen aus dem Krüger Nationalpark

Zebraherde

"Pumba" alias das Warzenschwein


Elefanten gibt es wie Sand am Meer im Krüger Park

das Nashorn, das wohl gefährlichste Tier der big 5, oft gejagt wegen seines wertvollen Horns das für über 6000 $ verkauft wird (Verwendung=medizin. Zwecke in der chinesischen Medizin, Heilkraft aber fragwürdig)

auch viele farbenfrohe Vögel haben ihre Heimat im Krüger

einer der seltenen Wildhunde

Abendstimmung, die Straßen im Krüger, selbst die unbefestigten, sind alle gut instand gehalten

Achtung: Wildwechsel

Giraffen überragen die kleinen Warzenschweine am Wasserloch, an dem sich alle Tiere versammeln, sogar Löwen ließen sich blicken
meine Schwester, mein Vater und ich

Donnerstag, 12. März 2015

Essen macht stark, Essen machen noch viel stärker!

Maiskörner
Mais frisch von der "machamba", dem Feld
Mädchen beim Maisstampfen
erst Maisstampfen....
.....und dann Maismahlen

 Wenn wir Essen wollen, ist der schwerste Teil wahrscheinlich das Einkaufen im Supermarkt, der nervenraubende Vergleich der unzähligen Produkte tausender Marken in den Ausführungen "fettarm", "light", "bio", "genfrei", etc., und das anschließende nach Hause bringen der Einkäufe, das oft durch das Auto erleichtert wird. Dann nur noch Packung auf, Essen auf dem Ceranfeld kochen oder in der Mirkowelle erwärmen, fertig!
In Mosambik, vor allem natürlich auf dem Land, ist das oft noch anders. Sehr viele Familien haben eine kleine "machamba" ein Feld, auf dem sie ihre eigenen Produkte wie Mais, Erdnüsse oder Bohnen anbauen. Bewirtschaftet wird meist alles von Hand mit einer Hacke. Oft sind es die Frauen die arbeiten...
Diese sind dann auch für die weitere Essenszubereitung verantwortlich. Der Mais wird erst getrocknet, dann mit einem schweren Pfahl gestampft. Dazu braucht es sehr viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ich war schon nach kurzer Zeit total K.O. und das Stampfen ist neben der Anstrengung auch gar nicht so einfach wie es aussieht.
Entweder kann man aus Mais Mehl herstellen und daraus Xima machen (das Mehl kann man übrigens auch im Laden kaufen) oder der gestampfte Mais wird über Nacht in Wasser eingelegt und dann gemahlen/gemörsert (siehe rechtes Bild). In gleichmäßigen kreisförmigen Bewegungen wird dabei ein Pfahl in einer Tonschüssel gerühert, bis der Mais zu einem Brei wird. Auch das dauert und ist sehr anstrengend.
Ist man dann endlich fertig, wird der Herd angemacht. Oft ist es dabei aber nicht mit dem Umlegen eines Schalters getan, worauf sich die Herdplatte schnell erhitzt, sondern Kohle muss angezündet werden oder man kocht auf einer offenen Feuerstelle mit Holz. Dabei kann es schon ganz schön rauchen. Dann kommt das Maismehl oder der Brei ins kochende Wasser und wird gekocht bis er zu einer festen Masse wird; dem Xima.
Und dann nach all dieser Arbeit erst kann man essen!

Ps: Aus Unwissen, fehlender Kraft und Faulheit kaufen wir nur das fertige Ximamehl. Das Xima aus dem gemahlenen Mais finde ich aber eigentlich viel leckerer.




Xima com frango / Hühnchen
Xima com Frango(Hühnchen)

Freitag, 6. März 2015

Gemeinsam gegen Malaria: Unterstütze meine Arbeit bei ACOSADE!

Malaria ist eine Krankheit, die heutzutage gut behandelt werden kann, wenn sie frühzeitig erkannt wird und der Körper nicht schon durch andere Krankheiten wie AIDS geschwächt ist. Mit einfachsten Mitteln wie Moskitonetzen und Mückensprays kann man sich außerdem gegen die nachtaktiven Mücken  schützen. Trotzdem erkranken jedes Jahr viele tausende Menschen in Mosambik an Malaria, da ihnen die Mittel zu einer ausreichenden Prävention fehlen.
Gerade deswegen ist das Malariaprojekt von ACOSADE von großer Bedeutung. Schon 2013 wurde ein solches Projekt durchgeführt, bei dem an über 70 Familien Moskitonetze verteilt wurden und in Seminaren über die Krankheit aufgeklärt wurde.
Um das Projekt erneut zu realisieren, ist ACOSADE auf Spenden angewiesen. Schon ein kleiner Beitrag hilft Malaria zu stoppen und Leben zu retten!


Jetzt für das Malariaprojekt spenden!!! Unter der Linkadresse finden sich noch weitere interessante Informationen.


Ein zweites Anliegen sind unsere Sprachkurse, die vor zwei Wochen starteten. Zur Zeit lernen über 45 Schüler aller Altersgruppen bei ACOSADE Englisch. Die Sprachkurse sind ein kostenloses Angebot, um allen das Lernen zu ermöglichen. Daher fehlen uns leider die Mittel für Arbeitshefte, Lernmaterial und selbst Kopien können wir nur begrenzt ausgeben.
Deswegen suchen wir auch Unterstützer für die Sprachkurse.
Erfahre mehr und unterstütze die Kurse!!!


Ps; Teilt die Links gerne auch mit Freunden und Bekannten (auf fb, per Mail,...)

Dienstag, 16. Dezember 2014

Regenzeit

Ich liege im Bett und ich will am liebsten den ganzen Tag liegen bleiben. Ein stetiges Strömen und Rauschen lässt mich weiter schlummern. Es regnet. Nicht nur leise tröpfelnd sondern in langen Fäden plätschernd fallen die Tropfen zu Boden. Der Mangobaum und der Mais vor unserem Fenster wirken heute noch strahlend grüner als sonst. Die Felder werden vom Regen durchdrungen und auf den sonst sandig-staubigen Wegen bilden sich große Pfützen. Fast  scheint es so, als ob einige der Wege sogar zu kleinen Bächen mutieren. Bis auf die Frösche ist heute kaum einer unterwegs, und wenn ist man mit Regenschirm geschützt oder bedeckt von einer Kapulana.
Auch wir die „mulungos“ wagen uns nach draußen. Mit unseren Regenjacken, Kapuzen auf dem Kopf und Flip Flops geben wir ein lustiges Bild ab, wie wir durch den Regen waten. Schon nach einer Minute sind wir regenüberströmt, aber das macht Nichts! Hitze und Sonne gibt es sonst schon genug.
Der Himmel ist grau getüncht und kein Fleckchen lässt auf baldige Besserung hoffen. Doch das Grau und der Regen sind irgendwie bezaubernd. Diese Regenatmosphäre lässt die Seele rein werden und ist unglaublich beruhigend. Die Natur scheint nur so die Feuchtigkeit aufzusaugen und jauchzend aufzuatmen. Wow, Regen kann echt schön sein…

Ja, ich bin glücklich. Heute ist ein besonderer Tag. Denn jetzt beginnt die Regenzeit wirklich…

Freitag, 12. Dezember 2014

Bilder aus Mosambik...



Umweltseminar zum Thema Kompost, im Vordergrund unser selbstangelegten Beete

Parque dos Namorados (Park der Verliebten) in Maputo

unsere "2. Familie", Maputo, ganz links Amelia, Tante, Monja, Onkel "Jope", Tante Maria, Verwandte, Tante, ich zu Amelias 30. Geburtstag
unerwünschter Besuch bei uns: eine fette Spinne!!!

tanzende Frauen mit Kapulanas, um genau zu sein curandeiros/traditionelle Heiler

Wer weiß wie das Tier heißt ? :D

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Alles nur Kopfsache



 
Man kommt schwer bepackt vom Einkaufen, in beiden Händen unzählige Tüten und dann klingelt das Handy. Puh, umständlich alles abstellen, um es dann nach dem Gespräch wieder aufzunehmen…Wie praktisch wäre  es da noch eine dritte Hand zu haben?! Oder wenn man ganz einfach die Sachen auf seinem Kopf transportieren könnte und so die Hände frei hätte. Ganz easy. So wie es die afrikanischen Frauen (manchmal auch Männer) machen…

Trotzdem ist es erstaunlich, wie Menschen überhaupt auf die Idee gekommen sind Sachen auf dem Kopf zu tragen, ist es doch viel naheliegender die Hände zu nutzen und zudem erfordert es jahrelange Übung. Vielleicht wollte man sich auch nur gegen die Sonne schützen und fing so an Sachen auf dem Kopf zu tragen. Praktisch ist es definitiv und vor allem schwere Lasten lassen sich unproblematischer als mit den Händen transportieren.

Dieses „afrikanische Klischee“ ist in jedem Fall wahr: viele Frauen transportieren hier ihr Gepäck auf dem Kopf. Angefangen von Einkaufstüten und Maissäcken, bis hin zu schweren Wasserkanistern  und großen Holzbündeln wird allesmögliche auf dem Kopf transportiert. Irgendwie haben es die Frauen raus die Sachen genau so zu positionieren, dass der Schwerpunkt auf dem Kopf liegt und nichts herunterfällt. Ich staune immer wieder über die Tragekünste und die Kraft, die es erfordert, teilweise 20 kg schwere Gegenstände nur mit der Kraft des Kopfes bzw. des Halses zu tragen.

Erstaunlicherweise ist der Energieaufwand bis zu einer Last von 20% des Körpergewichts nicht größer, als wenn die afrikanischen Frauen normal ohne extra Last laufen würden (so besagt es eine Studie darüber). Außerdem ist es auch einfacher Schweres zu transportieren. Das Balancieren fällt dann leichter. Wenn man zum Beispiel versucht einen dünnen Spieß auf den Fingern zu balancieren fällt das auch wesentlich schwerer als einen schwereren Stock im Gleichgewicht zu halten.

Gut für die Körperhaltung ist die Tragweise definitiv und so schädlich kann es nicht sein, gibt es doch hier weniger Rückenbeschwerden als in Europa (was nicht zuletzt durch das viele Sitzen in Büros, etc. verursacht wird).

Mein Ziel war es diese ziemlich coole Technik zu lernen. Doch schon vermeintlich perfekte Balanceobjekte fallen beim ersten Schritt herunter. Einmal habe ich probiert eine große Wasserflasche zu balancieren und schon allein wo ich stand gelang es mir nicht sie mehrere Sekunden auf dem Kopf zu halten. Die Freundin mit der ich übte lachte nur, nahm die Wasserflasche und lief in Absatzschuhen im Sand mit der Flasche auf dem Kopf total locker durch die Gegend und tanzte sogar ohne die Flasche zu verlieren.

Mittlerweile bin ich dabei aufzugeben. Anscheinend braucht man jahrelange Übung oder muss als Kind damit anfangen Sachen auf dem Kopf zu tragen. Und wirklich erklären kann es auch niemand, wie man die Balance hält. Es ist eine unterbewusste Aktion, die schon total in Fleisch und Blut übergegangen ist. Genauso als ob man jemandem, der noch nie Fahrrad gefahren ist, erklären will, wie man Fahrrad fährt ohne umzufallen. Man muss einfach die Balance halten und dafür üben, üben, üben. Die afrikanischen Kinder wachsen quasi damit auf und ahmen die Bewegungen der Älteren nach, was sehr wichtig für den Lernprozess ist.

Tja, für mich heißt es Zähne zusammenbeißen, weiter üben, um vielleicht eines Tages erhobenen Hauptes lässig Dinge auf dem Kopf zu transportieren und damit in Deutschland für Erstaunen zu sorgen :p.

Samstag, 22. November 2014

Neue Impressionen: Ein Ausflug aufs Land

links die Männer, rechts die Frauen

Der Großteil der Häuser einfache Hütten mit Strohdach, Ziegen und Hühner die durch die Gegend laufen, Frauen die Sachen auf dem Kopf tragen, um die Hüften geschlungen Capulanas (Stofftücher mit vielfältigen Mustern). Vom strahlend blauem Himmel prasselt die Sonne. Es ist Donnerstag, irgendwo in Afrika!
Was ist das für ein Bild, welches ich gezeichnet habe, von diesem Dorf, Ndonga, in dem ich diese Woche Donnerstag und Freitag wegen eines Projektes von ACOSADE war? Vielleicht das klassische Bild, welches man hat, wenn man sich ein afrikanisches Dorf vorstellt. Das „wirkliche Afrika“, wie aus dem Bilderbuch. Das ist natürlich Quatsch! Und was vor allem noch viel erstaunlicher ist: ich habe kein Bild gezeichnet, sondern der Leser selbst kreiert es mit den wenigen Infos die er bekommt in seinem Kopf. Hätte ich nur davon geschrieben, das es in diesem Dorf einen Billardtisch gibt und fast alle Leute ein, wenn nicht sogar zwei Handys besitzen, so wäre die Einschätzung anders ausgefallen. Die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen, aber daran zeigt sich wie schwierig es ist zu berichten und vor allem wie kritisch man sein muss, wenn man Nachrichten aufnimmt. Täglich akzeptieren wir Nachrichten von mehr oder minder seriösen Quellen. Und selbst wenn die Nachrichten keine Lügen sind, so zeigen sie oft doch nur einen bestimmten Teil der Wahrheit (der zudem noch durch unsere Erwartungen, das was wir hören wollen beeinflusst wird) und viel zu schnell bilden sich feste Meinungen und Klischees aus.
Afrika ist ohne Frage ziemlich klischeebelastet und als wir von Chokwe, wo wir übernachteten, über eine halbe Stunde durch eine relativ verlassene Landschaft fuhren nach Ndonga und da ankamen, so drängte sich auch mir der vielleicht verwerfliche Gedanke auf: „Wow, das ist nochmal etwas ganz anderes. Das ist das „richtige“ Afrika, wie man sich das vorstellt. Ein Dorf mit Hütten, irgendwo im Nirgendwo.“. Schnell merkte ich aber auch, wie das klischeehafte Bild an Halt verlor. Es gab auch hier Chapas, die fuhren, auch Handys, auch den Billardtisch und die Bar, eine Schule, etc.
Trotzdem war es nochmal eine andere Erfahrung als in Chicumbane: Diesen Ort würde ich wirklich als Dorf bezeichnen, allein wegen der Größe, im Vergleich zu Chicumbane, das doch echt groß ist und mir mittlerweile echt wie eine Stadt mit Sandstraßen und einstöckigen Häusern vorkommt. Dort in Ndonga sprachen auch viele Leute nur die einheimische Sprache Changana, sodass wir vom Seminar an sich leider nicht viel verstanden…Inhalt war u.a. , das die Teilnehmer sich mehr ihre Ressourcen, die sie im Dorf haben, ins Gedächtnis rufen sollen. In Gruppenarbeit wurden die Themen ausgearbeitet. Besonders war hier, dass Frauen und Männer getrennt in Gruppen arbeiteten. Warum? Anscheinend ist es hier doch noch der Fall gewesen, das die Frauen sich den Männern unterordnen bzw. Respekt entgegenbringen (müssen?) und die Arbeit in gemischten Gruppen nur zur Folge hätte, dass die Frauen ihre Meinungen zurückhielten. Insgesamt wurde dann angeregt diskutiert und Luis wertete die Ergebnisse aus. Unsere Arbeit hielt sich also in Grenzen und wir beobachteten mehr und versuchten das ein oder andere Changanawort zu verstehen.
in eine Schüssel passt mehr als in einen Teller, Essen!
An beiden Tagen wurde auch gekocht. Um 11 begann das Kochen und dauerte dann auch bis um 3 bzw. um 4! Wir wunderten uns nur mal wieder über diese langsame Kochkultur. Sicherlich wurde da für 25 Leute gekocht, doch es kochten auch 5 bis 6 Frauen und an sich konnten sie sehr schnell Tomaten schneiden, etc., doch irgendwie zog sich trotzdem der Kochprozess über Stunden hin. Ein Glück bin ich da schon resistent geworden und durch das Mithelfen verging die Zeit auch schneller.
Wahnsinn auf jeden Fall, was für Essensberge gekocht wurden. Bestimmt 25 kg Reis, dazu sicher nochmal 15 kg Xima und sehr viel Fleisch! Dementsprechend aß man dann auch viel, aus seinen zum Teil mitgebrachten Schüsseln und Töpfen. Ein wahres Festmahl! Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber alles wurde leer!
Und auch hier kann man ganz leicht wieder ein falsches Bild bekommen: Entweder könnte man glauben, die Leute essen immer so überdimensional viel, oder sie stopfen sich voll, weil es sonst nichts zu essen gibt. Nichts davon ist anscheinend wahr. Zum besonderen Anlass aß man schon mehr als sonst, aber trotzdem stimmt die Tatsache, dass viele Leute hier in Mosambik/in Gaza/in meiner Umgebung ziemlich viel essen und wo es in Deutschland als ungeniert gilt einen überquellenden Teller zu haben, so stört das hier anscheinend niemanden.

In jedem Fall waren diese zwei Tage nochmal ein anderer Teil Mosambiks, den ich kennengelernt habe und doch hat sich mal wieder gezeigt: es ist eine Welt und alles nur Menschen, die im Grunde gar nicht so unterschiedlich sind. Auch hier klingelt das Handy während eines Seminars! 

Ps: Schaut doch mal auf den Blog meiner Projektpartnerin Monja! Sie schreibt über interessante Dinge, die ich zum Teil  (noch) gar nicht veröffentlicht habe :D 

Mittwoch, 10. September 2014

Jetzt wird’s kriminell: Illegal in Afrika

Ja, es stimmt. Ich bin nun offiziell illegal in Mosambik. Ohne gültiger Aufenthaltsgenehmigung. Ich dürfte so gar nicht im Land sein, fühle mich fast schon wie ein krimineller Flüchtling, der ein Versteck weit weg von seiner Heimat sucht. Derweil möchte ich doch nur ein Jahr hier für meinen Freiwilligendienst bleiben!
Kann es denn so schwer sein ein Visum zu bekommen? Oh ja, schwerer als schwer! Letzte Woche begann „Der Prozess“ (das Ganze Bürokratiegehabe in dieser mysteriösen Behörde wirkt auf mich doch sehr kafkaesk; undurchschaubar, sinnlos, und vor allem bin ich diesem ausgeliefert). Mit Luis wollten Monja und ich das DIRE, das Aufenthaltsvisa für ein Jahr beantragen, was sage und schreibe 19800 Meticais d.h. fast 500 Euro kostet!!! Teuer heißt aber auch hier nicht gut, obwohl man das doch bei diesem monströsen Betrag erwarten sollte. Angeblich kann es uns nicht ausgestellt werden, da ein Dokument von einer mosambikanischen Behörde fehlt.
Nachdem wir also letzte Woche zweimal bei der migracao waren-erfolglos-mussten wir Zwecks der Verlängerung des 30 Tage Visums, was diese Woche ausgelaufen ist, zurückkehren. Gestern war dann der Chef der Behörde nicht da, wie die klischeehaft wichtigtuende Büromatrone (im Dienste des Staates und zum Wohle des Bürgers-natürlich!), blitzschnell nach 10 Minuten merkte. „Jede Behörde hat ihre Arbeitsweisen“, so frei darf ich diese Frau mal zitieren. Das ist schon wahr, aber wahrscheinlich wollte sie damit die Strukturiertheit ihrer Behörde unterstreichen, und nicht über die sehr perfiden und abstrusen „Arbeitsweisen“ sprechen, die hier angewandt werden, wo sich fünf Angestellte über ein Dokument beugen, um es zu begutachten, oder die Sekretärin permanent an ihrem Handy herumspielt-Entschuldigung, arbeitet!
Wie man sich schon denken kann; auch der heutige Besuch verlief erfolglos. Nur jetzt wird es problematisch: unser Visum ist abgelaufen und wir sind nun sozusagen illegal hier. Daher müssen wir schnellstens nach Maputo fahren, wo wir dann morgen hoffentlich das verlängerte Visum bekommen werden.
Ich kann nun wirklich mit Flüchtlingen, die einfach nur legal in einem Land leben möchten, arbeiten wollen und einfach alles dafür geben würden, mitfühlen. Es wird einem so schwer gemacht und das ohne rationalen Grund!
Oder vielleicht gibt es da doch einen Grund: Geldgier! Long live the corruption! Möglicherweise würden wir mit Bestechung am Ende billiger kommen (rechnet man die Strafgelder, Chapafahrten, verlorene Zeit, etc. ein) und hätten wesentlich weniger Stress, doch das Letzte was man tun darf ist nachgeben und diesem Korruptionsmonster fressen zu zuwerfen. Sonst wird es immer gieriger und gieriger, die Antragssteller mehr und mehr schikaniert. Korruption ist in keiner Form eine Lösung auf langfristige Sicht!


Fazit bisher: Nicht aufregen, ich kann´s eh nicht ändern. Geduld bewahren und trotzdem glücklich sein. Am Ende gilt doch: keine Erfahrung ist je vergebens