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Mittwoch, 17. Juni 2015

Ein Festival, Johannesburg und eine ungeplante Reise



Eigentlich wollten wir ja nur aufs Bushfire Festival in Swaziland und dann ein paar Tage nach Johannesburg, doch ehe wir uns versahen waren wir schon in Botswana und auf dem Weg zu den Victoriafällen. Doch von vorn:
Am 29. Mai machten Monja und ich uns auf den Weg nach Swaziland, wo wir mit den anderen Freiwilligen auf´s Bushfire Festival gingen. Wirklich ein nett dekoriertes Festivalgelände mit kleinen Verkaufsläden und ausreichend Platz, sodass man sich problemlos bewegen konnte. Die Bands waren zum Teil aus Afrika, zum Teil aber auch von anderen Kontinenten und so war das Musikprogramm durchmischt. Nicht mega die Tanzmusik, aber doch einige echt gute musikalische Acts. Das einzige negative am Festival: Kälte! Campen im afrikanischem Winter in Swaziland war nicht sehr angenehm bei Nachttemperaturen unter 10 Grad. Ja, man glaubt es kaum doch in Südafrika, Botswana, Zambia und Zimbabwe war es echt kalt, was vielleicht auch daran liegen mag, das wir Hitzeverwöhnt sind, doch es ist Fakt, das da jetzt zum Teil nur 5 Grad nachts sind. Mosambik ist da zum Glück noch nicht so kalt, aber es ist auch schon kühler (da ist Deutschland zur Zeit mit 30 Grad wärmer).
Soweto
Planmäßig fuhren wir dann nach zwei Festivaltagen weiter nach Jo-Burg. Das Backpacker´s wo wir unterkamen war ziemlich cool eingerichtet und voller interessanter Leute. Dort lernten wir dann auch zufällig zwei andere Freiwillige aus Mosambik kennen, eine aus Finnland, eine aus der Schweiz, die auf dem Weg zu den Victoriafällen waren. So begeistert von dem Plan (Victoriafälle war ja mein Traumreiseziel während des Auslandsjahres, und dies war auch die letzte Chance einer Reise) entschieden wir uns von jetzt auf gleich, total unvorbereitet, dazu einfach mal mitzureisen. Jo-Burg sahen wir so erstmal nur einen Tag, der sich aber lohnte, denn wir machten eine Tour durch das „South West Township“, besser bekannt als Soweto. Ganz so klischeehaft wie man es erwartet ist es aber nicht. Es gibt zwar sehr viel Armut, daneben aber auch ganz „normale“ bzw. sogar bessere Häuser, je nachdem in welchem Teil man sich befindet. Ansonsten bewegten wir uns sehr verängstigt in der Stadt, die bekannt für die krasse Kriminalität ist. Von allen wird man gewarnt und hört auch von Überfällen und so hatte ich immer ein ungutes Gefühl-Sightseeing zu Fuß war daher nicht auf dem Plan, und dazu hatten wir auch vorerst keine Zeit.
ich, Clara, Emmi, Monja in Gaborone
Am nächsten Morgen machten wir uns zu viert also auf diese weite Reise. Erstes Ziel war die botswanische Hauptstadt Gaborone. Ich war total verblüfft von dieser Stadt! Nur 500.000 Einwohner (insgesamt hat das Land auch nur 2 Millionen), saubere Straßen und modernste Gebäude wie man sie kaum in europäischen Städten findet. Ein krasser Kontrast zum lauten und chaotischen Maputo. Eine Freundin der beiden anderen Freiwilligen führte uns durch die Stadt, die man nach einem Tag auch schon ziemlich gesehen hat. Es hat sich echt nicht wie Afrika angefühlt, sondern eher wie ein Trip nach Hause, mit all den Shoppingcentern und einer ziemlich europäischen Kultur. Gut für das Land, das es so weit entwickelt ist und die Arbeitslosigkeit zumindest in der Stadt gering ist, doch am Ende kam mir eine Frage doch nicht aus dem Kopf: Ist es das was wir wirklich anstreben sollten; solch eine Entwicklung, die dazu führt das eine Stadt der anderen gleicht in steinerner abstrakter Architektur und den immergleichen Ladenketten? Wirklich „botswanische“ Kultur habe ich da leider kaum mehr gespürt, ich hoffe Mosambik erhält sich irgendwie mehr die Kultur und die Frauen tragen auch noch in ein paar Jahren mit Stolz ihre Kapulanas!
Am gleichen Tag ging es abends mit einem Nachtbus weiter gen Norden nach Maun. Die Fahrt war nicht sonderlich angenehm aufgrund wenig Platz und einem ständigen Piepgeräusch. Da müsste man meinen, wir wären froh gewesen schon überpünktlich an unserem Ziel anzukommen, doch es ist kein Spaß früh um 4 aus einem Bus in die Kälte geworfen zu werden. Mit zwei Pullovern, Schlafsack und Kapulana übergeworfen zitterte ich mit den anderen gemeinsam am Feuer, das uns der Wachmann netterweise anbot, da alle im Backpacker noch schliefen und kein Platz für uns frei war. Eine echt kalte Erfahrung! Docht trotz der harten Nacht ließen wir uns natürlich nicht von einem abenteuerreichem Tagesprogramm abbringen. Maun liegt direkt am Okavangodelta, das wir aus einem Miniflugzeug von oben bestaunten. Die blauen Flussarme wanden sich durch die Landschaft und winzig klein wirkten die wenigen Häuser, bevor man nur noch Natur sah. Sogar Elefanten, Krokodile und Impalas sahen wir aus der Höhe.
Okavangodelta von oben, fast als ob man aus dem All auf die Erde blickt
Danach ging es zum Reiten. Leider musste ich die ganze Zeit hinten reiten, da mein Pferd ausschlug, aber es war trotzdem schön mal wieder auf einem Pferd zu sitzen. Sogar einen riesigen Adler sahen wir in einer Baumkrone sitzen.
Von Maun ging es dann in der Morgenkälte weiter und mit einem Umstieg und viel Geduld auf den Bus zu warten (mit trampen war im menschenarmen Botswana nicht viel) weiter an die Grenze von Sambia und wir überquerten den Sambesi, der an dieser Stelle noch recht schmal war.
Livingstone liegt direkt an den Victoria Fällen und ist eine kleine touristische Stadt, die aber im Vergleich zu Victoria Falls auf der Zimbabweseite noch authentisch ist und in der auch Einheimische wohnen.
Hauptattraktion waren natürlich die höchsten Wasserfälle der Welt. Ausgerüstet mit Regencapes näherten wir uns dem tosend in die Tiefe stürzendem Wasser. Unaufhörlich fallen Wassermassen in die Tiefe und stieben darauf als Wassertröpfchen in die Luft, sodass man an manchen Stellen dachte, man befindet sich in einem Regenguss. Unzählige Regenbogen schillerten in der Luft und ewig hätte ich an diesem Ort bleiben können. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt dieses Naturwunder zu bestaunen, dann zögert nicht!
Am Abend gab es dann noch ein exotisches Essen. Für 12 Euro bekam man zu zweit eine riesige Platte voller Essen, darunter Krokodilrippchen und Krokodilschwanz, Würmer, Xima und andere Leckerreien. Alles wirklich köstlich uns selbst die Würmer waren gar nicht schlecht.

Auch von der zimbabweanischen Seite sahen wir nochmal die Victoriafalls, diesmal aus mehr Distanz und erneut beeindruckend. Abends ging es in eine luxeriöse Lodge zum beobachten der Tiere, die an einem nahegelegenen Wasserloch zum Trinken kamen, doch die Nacht verbrachten wir natürlich in einem Backpacker.
Und nicht zu vergessen die Krokodilfarm. Ich dachte wir besuchen einen netten Zoo mit ein paar Krokodilen, doch dieser Ort entpuppte sich wahrlich als „Farm“. Über 45.000 (!!!) Krokodile wurden dort gehalten, um deren Fleisch und Leder zu gewinnen. Dabei werden die älteren bis zu 80 Jahre alten Krokodile nur zur Nachwuchsproduktion gehalten, während die jungen Männchen das  beste Material liefern. Sogar ein kleines Babykrokodil hielt ich in der Hand, dessen sich ledrig-schuppig anfühlte.
crazy crocodiles, 45.000!!!
Mit dem Bulawayo-Nachtzug fuhren wir in einem 4er Liegeabteil weiter ins Herz Zimbabwes. In Bulawayo selbst, einer Stadt mit vielen Häusern im Kolonialstil, die an die Unterstadt Maputos erinnert (nur viel sauberer und leerer) , blieben wir nur kurz, um dann weiter nach Masvingo zu fahren. Das war der Ausgangspunkt für unser letztes gemeinsames Reiseziel: Great Zimbabwe.
Steinerne Ruinen die von dem Königreich Zimbabwes, welches vom 11. Bis 15. Jahrhundert existierte, zeugen. Ganz ohne Mörtel wurden Steine zu hohen Mauern aufgestapelt. Auf einem Berg residierte der König und seine 200 Frauen lebten unten im Dorf. Der Name Zi-mbab-we (großes Haus aus Stein) stammt von diesen beeindruckenden Konstruktionen und auch der Ursprung des Wappenvogels des Landes ist in dieser Kultur verankert.
die Ruinen von Great Zimbabwe
Tja, und dann hieß es Abschied nehmen von Emmi und Clara, die uns zu dieser Reise gebracht haben. Monja und ich fuhren noch in der Nacht wieder zurück nach Joburg, wo wir noch das wirklich toll gestaltete Apartheid Museum besuchten und die Stadt vom höchsten Gebäude Afrikas betrachteten.
Zwei Wochen waren wir auf Reisen, haben unendlich viel in kurzer Zeit gesehen, fünf Länder durchquert und so bleiben wunderbare Erinnerungen.
Erstaunt war ich vor allem darüber, dass Mosambik im Vergleich mit den anderen Ländern wirklich am ärmsten ist (wirkt).

Ich hoffe ihr habt bis hierhin durchgehalten,
Viele Grüße aus Mosambik ! :D

Samstag, 18. April 2015

Impressionen aus dem Krüger Nationalpark

Zebraherde

"Pumba" alias das Warzenschwein


Elefanten gibt es wie Sand am Meer im Krüger Park

das Nashorn, das wohl gefährlichste Tier der big 5, oft gejagt wegen seines wertvollen Horns das für über 6000 $ verkauft wird (Verwendung=medizin. Zwecke in der chinesischen Medizin, Heilkraft aber fragwürdig)

auch viele farbenfrohe Vögel haben ihre Heimat im Krüger

einer der seltenen Wildhunde

Abendstimmung, die Straßen im Krüger, selbst die unbefestigten, sind alle gut instand gehalten

Achtung: Wildwechsel

Giraffen überragen die kleinen Warzenschweine am Wasserloch, an dem sich alle Tiere versammeln, sogar Löwen ließen sich blicken
meine Schwester, mein Vater und ich

Dienstag, 27. Januar 2015

Januar!

Ups, da ist der Januar schon fast vorbei und noch keinen einzigen Blogeintrag habe ich dieses Jahr geschrieben. Eine Schande. Sorry, aber erst jetzt bin ich wieder so richtig zu Hause und habe Zeit zu schreiben.

Silvester habe ich mit Monja am Strand von Xai-Xai verbracht. Ziemlich viele Leute und sogar schon verfrüht Feuerwerk. Hauptsächlich beschränkte sich das neben ein paar Raketen auf stabartige Fontänen, die man in der Hand hält und je nach Windverhältnissen schon gefährlich sein können in der Menschenmenge. Passiert ist uns aber zum Glück nichts :p :D

Urlaub: Zuerst gings in die nächste Provinz nördlich von Gaza nach Inhambane, wo schon viele der anderen Freiwilligen waren. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Das Gras- und Waldland wich mehr und mehr riesigen Palmenwäldern. Inhambane, heißt auch die Hauptstadt der Provinz. Eine nicht allzu große aber sehr saubere Stadt mit hübschen Häusern noch aus der Kolonialzeit. Ganz in der Nähe gelangt man zu den Stränden Tofo, Tofinho und Barra. Wir waren in Tofo, das sichtbar touristisch geprägt ist aber trotzdem seinen Charm hat. Vor allem viele Südafrikaner kommen um die Jahreswende hierher, um ihre Ferien zu verbringen und zu Tauchen oder einfach nur den herrlichen Strand zu genießen.

streets of Inhambane

Mit einem kleinem Boot "Dhau" (natürlich bis zum geht nicht mehr beladen) überquert man die Bucht, die Inhambane von Maxixe trennt. Von dort aus ging es mit der Chapa weiter in den Norden bis nach Vilanculo(s). Das liegt immer noch in Inhambane, doch Stück für Stück wird es entlang der EN1 einsamer und die Natur grüner und saftiger.
die Dhaus
In Vilanculos verbringen wir einige Tage auf einem paradiesischem Campingplatz, der von einer Italienerin geleitet wird und lassen die Tage relaxt an uns vorbeiziehen, während wir in der Hängematte schaukeln, am Strand liegen und das türkisblaue Meer bestaunen. Für mich ist Vilanculos bisher DER schönste Strand!!! Sogar schöner als Ponta do Ouro, oder vielleicht ist es die ganze Athmosphäre die mich einfängt.




Wie zur Dekoration schaukeln bunte Fischerboote auf dem Meer und in der Ferne am Horizont deuten sich Inseln an. Bazarruto davon ist die bekannteste und auch teuerste Insel, die vor allem vom Luxustourismus eingenommen wurde. Zu fünft (zu uns stießen noch Kira, Theresa und Hannah) schipperten wir mit einem Boot und unseren drei Steuermännern (von denen zwar keiner  Freitag aber immerhin "Domingo" /Sonntag hieß) zu einer kleineren Insel; Magaruque.  Wie die Schatzinsel ragte sie vor uns aus dem Meer heraus und auch wenn ich die Karibik nicht kenne, irgendwie so muss es wohl sein: strahlende Sonne über segelnden Schiffen auf klarem türkisfarbenem Wasser mit fernen Inseln voller Palmen. Ganz verlassen war die Insel dann aber dann doch nicht; irgendjemand war wohl doch schon vor uns da, oder wie soll man die Landebahn sonst deuten? Und eine Lodge gab es auch. Zudem wurde die Einsamkeit nach kurzem schon durch eine Flut weißer Touristen gestört, die sich neben unserem "Lager" niederließen. Das tat diesem wunderbaren Ausflug aber wenig Abbruch: schon gleich stand das nächste Abenteuer an. Schnorcheln! Vor der Insel lag ein kleines Felsenriff an dem wir mit Taucherbrille und Flossen entlangschnorchelten und einige Fische sahen. Später sah man aus der Ferne sogar noch einen Delfin! Dann gab es am Strand noch Essen und glücklich segelten wir zurück zum Campingplatz.


korbartige Vogelnester in einer Palme


Die letze Etappe der Reise war die Fahrt nach Beira, die Hauptstadt der Provinz Sofala und zweitgrößte Stadt Mosambiks, die übrigens auch den größten Hafen des Landes hat, den wir leider nicht betreten konnten. Jetzt wurde es wirklich einsam. Ich glaube bis zum Beira Korridor (Kreuzung der EN1 und EN4, der Abzweigung nach Beira bzw. Chimoio/Hauptstadt Manica´s) gab es keinen Ort der so groß wie Chicumbane war und oft sah man nur vereinzelte Hütten von der Straße aus. Vielleicht hat man von der Straße aber auch einfach keine Dörfer gesehen. Die EN1 verwandelte sich stellenweise in eine Schotterpiste voller Sand und Löchern eher von der Art Landweg als große Nationalstraße. Erstaunlicherweise fördert selbst hier die EU und gibt Gelder für den Bau der Straße! Auf der Fahrt überquert man auch den großen Save Fluss, der von einer neu gebauten Brücke überspannt wird.


Blick von der Straße



Leuchtturm in Beira
Ich blieb in Beira nur kurz und sah deswegen (und auch wegen der Hitze) nicht sonderlich viel. Ein Leuchturm ist sogar am Strand zu finden, der heute aber außer Betrieb ist und vor dem Teile alter Schiffswracks liegen. Als die Portugiesen das Land verlassen mussten, rächten sie sich mit einer Wutaktion, in dem sie die Schiffe der Stadt zerstörten und in Brand setzten. Lustigerweise kam kurz darauf Dhlakama, der Führer der Oppositionspartei Renamo in die Stadt (die Renamo Hochburg ist, allgemein ist der Norden und die Mitte des Landes im Gegensatz zum Süden mehr von der Renamo geprägt) und hielt eine Rede, in der er wie schon oft die Frelimo anklagte und forderte die nördlichen Provinzen als Renamo Gebiet auszurufen und von der Frelimo zu lösen. Vor kurzem forderte er auch noch Nampula zur neuen Hauptstadt zu machen. Bisher sind das zum Glück nur alles Ideen und es bleibt ruhig im Land. Hoffentlich auch weiterhin.
unser cooles Gruselhotel
Zwischenseminar: Kurz darauf stand schon das Zwischenseminar an, auch wenn erst 5 Monate um sind. Dazu trafen sich alle Freiwilligen aus Mosambik und Südafrika, sowie zwei einer anderen Organisation aus Botswana in Südafrika/Nelspruit, welches ca. 1 1/2 Stunden von der Grenze entfernt liegt. Kaum hatte man die Grenze übertreten befand man sich in einer anderen Welt: alles schien viel europäischer, geordneter, riesige Plantagen am Rand der Straße, keine Credito Verkäufer (Handyguthaben Verkäufer die es in Mosambik wie Sand am Meer gibt) und Kälte. Ok, Kälte ist übertrieben aber im Vergleich zu Mosambik war es kühl. Das Seminar an sich war super entspannt und interessant. Von manchen Freiwilligen hatte man ja seit Deutschland gar nichts mehr gehört...