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Dienstag, 28. Oktober 2014

Mina ani vula-vuli xi changana! *

Mosambiks Amtssprache ist Portugiesisch, wobei über die Hälfte der Bevölkerung die Sprache sprechen kann. Neben der Amtssprache gibt es in Mosambik aber noch über 30 andere einheimische Sprachen aus der Familie der Bantusprachen (=dazu zählen über 500 Sprachen, die im mittleren und südlichen Afrika gesprochen werden. Eine der bekanntesten Bantusprachen ist Swahili). So sprechen viele hier zuerst eine einheimische Sprache und zusätzlich noch Portugiesisch.
Hier in Gaza wo ich wohne spricht man Changana/Shangaan (bzw. Tsonga). Auch in der Provinz Maputo sowie in Südafrika (dort sogar als ofizielle Amtssprache) und in Teilen Simbabwes wird die Sprache, die ursprünglich im Gazareich entstand, gesprochen. Insgesamt sprechen ca. 4 Millionen Menschen die Sprache der Volksgruppe Tsonga.
Am Anfang war es für mich oft schwierig zwischen Changana und Portugiesisch zu unterscheiden. Das lag einerseits an fehlenden Sprachkenntnissen, andererseits aber auch an der Tatsache, das im Alltag beide Sprachen vermischt werden. So werden z.B. portugiesische Zahlen verwendet, weil diese in Changana wohl sehr schwierig sind und viele Einheimische (vor allem) Jüngere selbst nicht mehr die Bezeichnung in Changana kennen. Man muss also zwischen dem "Ur-Changana" unterscheiden, und dem Changana, was hauptsächlich im Alltag gesprochen wird und portugiesische Einflüsse aufweist.
Mein Eindruck hier ist, das im Alltag auf jeden Fall 50%, oft sogar mehr Changana gesprochen werden. Man hört es auf dem Markt oder in der Chapa, auch im Radio  gibt es Lieder auf Changana. Dieser Eindruck bezieht sich aber auf meine direkte Umgebung, also hauptsächlich auf das Dorf Chicumbane, in dem ich wohne! In der Stadt wird auf jeden Fall mehr Portugiesisch gesprochen und auch in der Schule, bei öffentlichen Anlässen ist die Amtssprache präsent. In der Kirche gibt es hier z.B. zwei Gottesdienste: einen in Changana, einen in Portugiesisch. Die Lieder in Changana finde ich besonders schön (siehe das Video).
Trotzdem ich schon besser Portugiesisch spreche, verstehe ich hier also auch vieles nicht, weil es einfach noch eine andere Sprache gibt! Ich möchte auch unbedingt Changana lernen so weit das möglich ist, um z.B. mit unserer Nachbarin (einer über 80 Jährigen Frau, die vom Holzhacken bis zur Feldarbeit noch alles allein macht und kein Portugiesisch spricht) zu kommunizieren. Ein Lehrbuch zu finden ist jedoch ziemlich schwierig. Ein paar Floskeln habe ich aber schon drauf und es ist wirklich lustig die Leute mit diesen wenigen Kenntnissen zu überraschen. Die Reaktion: Erstaunen darüber das die "mulungo" (umgangssprachl. für "Weiße") etwas Changana spricht.
Die Aussprache ist etwas "tricky". Oft werden Zischlaute/Pfeiflaute verwendet, die während eines Wortes eingeschoben werden.
Hier ein paar Beispiele:

hoyo-hoyo - Willkommen 
lixile ("lischile")- Guten Morgen
inchikane- Guten Tag
lipelile- Guten Abend
kanimambo-Danke
Mina himina .... - Ich bin...
kaya-Haus
wena ("huena")-du
"stula"-Stuhl (es gibt auch Wörter die dem deutschen ähneln!)



*Ich spreche kein Changana-Mina ani vula vula xi changana

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Update

#1: Mission DIRE erfolgreich. Nachdem die migracao in Xai-Xai uns aus dem Land werfen wollte bis zum 11.10., gelang es uns zum Glück doch noch in Maputo das Visum zu bekommen. In unserer Verzweiflung kamen wir schon auf verrückte Ideen, wie eine Scheinheirat, nur um hier zu bleiben….
#2: Die Arbeit geht voran. Wir haben Beete neben dem Büro angelegt, wo wir schon Bohnen und Mais anpflanzten, nachdem wir mit dem selbst gemachten Kompost gedüngt haben. Leider fehlt immer noch ein Wasseranschluss, sodass es Wasserschleppen heißt. Hoffentlich bald auch auf afrikanische Art auf dem Kopf :p

#3: Wahlen. Waren gestern, alles verlief recht ruhig. In den Schulen wurde gewählt und wir gingen auch mal bei der secundaria, der Schule hier gleich um die Ecke, vorbei und beobachteten ganz „unauffällig“. Viele Leute waren da, standen in Schlangen oder quatschten einfach nur nach der Wahl, immerhin war der Mittwoch ja durch die Wahl arbeitsfrei. An sich laufen die Wahlen wie bei uns ab, Unterschied ist, das man danach seinen Finger in Tinte taucht, damit man nicht nochmal wählen kann. Zudem: die Ergebnisse lassen auf sich warten. Vor nächster Woche wird man nicht erfahren wer gewinnt…

#4: Sprache=Portugiesisch, geht mittlerweile, aber ist definitiv noch ausbaufähig…vorallem der Akzent muss noch diminuiert werden. Englisch, spreche ich im Unterricht und mit manchen Leuten, die es können, hilft auf jeden Fall auch mein Englisch zu verbessern, was neben Deutsch hier fast meine 2. Muttersprache zu sein scheint (denken auch viele, bzw. nimmt man an es wäre Englisch), Changanga=basic, basic…ein paar Wörtchen wie „lixile“ (Guten Morgen) kann ich schon und versuche sie z.T. anzuwenden, doch um es richtig zu lernen muss ich mir erst ein Buch zum Lernen kaufen

#5: Essen=nach wie vor vieeeel (Monja stiftet mich immer wieder an :p), Bohnen, Xima, badgias, Maniok…typisch deutsche Sachen bzw. so besondere Sachen aus dem Kühlschrank essen wir wg des Preises bzw. der fehlenden Kühlmöglichkeit fast gar nicht. Auch Sachen wie Schokolade und Co vermisse ich nicht mehr sooo sehr…Obwohl; wenn ich bedenke was für Weihnachtsleckereien jetzt bei euch im Regal stehen werde ich schon etwas wehmütig…Aber hungern muss hier (gegen das Afrika-Klischee) niemand (soweit ich es bisher gesehen hab, im Gegenteil ist man eher sehr viel).

#6: Dachte ja; so anders ist die Kultur nicht und alles läuft ja auch soweit, doch mit der Zeit fallen doch schon die ein oder anderen Sachen auf. Gerade durch Missverständnisse. Zum Beispiel ist man hier weniger direkt und sagt nicht gleich der anderen Person die Wahrheit ins Gesicht, wenn sie z.B. was falsch gemacht hat. So erfuhren wir z.B. erst um drei Ecken davon, das wir uns in der migracao wohl zum Teil „zu offensiv“ verhalten haben…mit diesem Wissen, des Undirektseins, klären sich einige Sachen.